Instagram Hassliebe – deprimierend und inspirierend zugleich

Im Fernsehen spricht man von Scripted Reality, Schein-Realitäten, die dem Zuschauer ein falsches Bild vermittlen. Ob unbewusst oder bewusst. Instagram löst bei vielen Menschen mehr und mehr ein Gefühl der Unzufriedenheit aus.

Instagram ist wahrscheinlich mittlerweile DIE Plattform für ALLES geworden. Snapchat wurde durch die Stories Funktion fast komplett überflüssig. Jetzt gibt es Instagram TV. Das könnte Youtube ablösen.

Menschen teilen ihr „ganzes“ Leben mit ihren Followern. Man hat das Gefühl wie bei einer Reality-Show am Leben des jenigen teilnehmen zu können. Man bewundert das Leben, das sie führen. Man verliert aus dem Auge, dass auch diese Menschen schlechte Tage/Wochen/Monate haben, vergisst dass auch sie Probleme haben. Was man auf seinem instagram Account zeigt ist eben nur eine Auswahl an erlesenen Teilen des Lebens, die einen im besten Licht dastehen lassen. Perfekte Schein-Identitäten machen einen somit auf Dauer unglücklich .

Vergleich mit Anderen

Ich beginne mich mit Menschen zu vergleichen, die ein komplett anderes Leben führen als ich und werde neidisch. Ich vergesse, dass für viele ihr Job aus Social Media besteht. Meinen Instagram-Account regelmäßig zu füttern ist wirklich Arbeit. Wer über wenige Wochen inaktiv ist, weil man z.B. im Urlaub ist, verliert Follower.

Qualität

Ob ein Bild gut ist entscheidet nicht die Qualität des Bildes. Accounts, welche nur mit dem Handy fotografieren können zig mehr Likes bekommen als jemand der hochwertige Fotos mit gutem Equipment macht.

Algorithmus

Zu diesem Punkt könnte man jetzt bestimmt noch einige weitere Dinge ergänzen. Ich bin hier aber auch nicht über alles im Bilde. Entscheidend sind für den Erfolg eines Bildes Faktoren wie zum Beispiel die Uhrzeit zu welcher man das Bild hochlädt oder wie regemäßig man etwas postest. Je seltener man etwas postet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Bild bei den meisten deiner Follower gar nicht erst angezeigt wird. Dafür ist der allseits bekannte Algorithmus zuständig, welcher dir eher Bilder/Accounts zeigt, die du regemäßig likst, kommentierst. Dadurch kannst du 1000 Profile abboniert haben aber bekommst nur Bilder von 100 angezeigt.

Abhängigkeit

Sucht. Eine Sucht nach Likes, Kommentaren und Followern sorgt dafür alle zwei Minuten auf das Handy zu sehen. Hat man keine neuen Benachrichtigungen ist man enttäuscht. Gibt es viel Rückmeldungen fühlt man sich bestätigt.

Hassliebe

So negativ sich das alles auf einen Auswirkt gibt es doch auch viele positive Dinge, die ich hier auch nicht ungenannt lassen möchte.

Direkter Austausch

So deprimierend Instagram auch sein mag, es ist für mich das Medium um mich mit anderen auszutauschen. Auf keiner anderen Social Media Plattform ist es möglich sich so direkt auszutauschen.

Selektion

Im Gegensatz zu Facebook werden einem bei Instagram lediglich Beiträge von den Menschen angezeigt, welche man selbst abboniert hat und nicht auch Bilder und Videos die andere kommentieren, liken und teilen.

Kreativität

Die Gestaltung des Feeds ist bei dem ein oder anderen Account ein wahres Kusntwerk. Manche werden wahnsinnig kreativ bei der Gestaltung des Erscheinungsbilds. Häufig bilden mehrere Bilder zusammen ein großes Gesamtbild oder die Bilder sind farblich aufeinander abgestimmt.

Community

Für mich zeichnet Instagram aus, dass es eine unfassbar unterstützende und zusammenhaltende Community ist. Vorallem in Themen wie Zero Waste, Veganismus und Umwelt besteht generell großes Interesse. Man kann sich bei anderen Menschen Tipps und Tricks abschauen und diese an andere weitergeben. Motivation und Zuspruch von anderen ist ebenfalls ein wichtiger Punkt für mich, vorallem weil es auf Instagram verhältnismäßig wenig Hater gibt.

Was tun? Aussortieren

Profile aussortieren, die man nicht richtig verfolgt oder die einen mehr deprimieren als inspirieren. Das hilft längst verschollenen Profile wieder Aufwind zu geben. Es fühlt sich befreiend an, da das Dashboard nicht mehr zugemüllt ist.

Schreibe einen Kommentar