Beef unter Veganern?

Ein Beitrag über die Inkosequenz mancher Veganer/-innen und der daraus folgende Unmut anderer.

Diesen Beitrag schiebe ich schon seit einigen Monaten vor mir her. Mir ist das Thema sehr wichtig, da ich mich regelmäßig diesbezüglich aufrege. Gerade weil mich dieses Thema so emotional werden lässt, möchte ich hier niemandem auf den Schlips treten, sondern einfach zum Nachdenken anregen.

Ich möchte euch kurz zwei Beispiele nennen, damit ihr auch versteht was ich meine.

  1. Veganer1 ist gerne das vegane Hack eines bekannten Leberwursthersellers. Veganer2 findet es total furchtbar diese Marke zu unterstützen und meint er müsse seinen Senf in Form eines  Kommentars oder einer Nachricht kundtun.
  2. Veganer1 trägt Leder oder verwendet Kosmetik, die nicht cruelty free ist und Veganer2 ist der Meinung, dass das gar nicht geht und muss auch hier die Person darauf aufmerksam machen.

Ich möchte gar nicht tiefgründig auf die einzelnen Konfliktthemen eingehen, denn es geht eigentlich nur um den Umgang unter den Veganern und Vegetariern. Wer andere Menschen via Social Media an seinem Leben teilnehmen lässt muss auch mit Kritik rechnen, das ist mir bewusst. Ich möchte auch überhaupt nicht sagen, dass mir so etwas häufig passiert, mir fällt es vorallem bei anderen auf.

Fakt ist manche haben ein starkes Bedürfnis permanent anderen Menschen ihre Meinung mitzuteilen. In diesem Falle andere Menschen darauf hinzuweisen, dass sie sich inkorrekt verhalten.

Die Entscheidung was man essen möchte oder welche Produkte man verwendet liegt ganz bei der Person selbst. Nur weil man sich für eine vegane Ernährung entschieden hat, heißt das nicht dass man auf seinen Plastikverbrauch achtet, keine Marken konsumiert, die Fleischkonzerne unterstützen oder nur noch tierversuchsfreie Kosmetik verwendet. Es steht einem genauso wenig frei über Fleisch konsumierende Menschen aufgrund ihrer Ernährungsform zu urteilen, noch über andere Veganer. Mit diesem besserwisserischen Verhalten wird man niemanden überzeugen können etwas zu verändern. Man verbreitet damit lediglich schlechte Laune.

Natürlich gibt es Menschen, die nur lieb gemeinte Ratschläge geben wollen, weil man vielleicht nicht wusste, dass Wein nicht vegan sein kann oder dass z.B. die Chips nicht vegan sind, die man in seiner Story gepostet hat. Dann ist das was anderes, dagegen möchte ich ja überhaupt nichts einwenden. Schließlich ist das auch ein wichiger Austausch, weshalb ich besonders Instagram extrem schätze.

Jeder entscheidet schließlich selbst wie weit er gehen möchte. Fakt ist einige Themen haben mit Veganismus eigentlich nichts am Hut. Natürlich ist es Naheliegend, dass Veganer sich über die Ernährungsform hinaus für die Umwelt interessieren und engagieren. Allerdings ist es kein muss.

Generell hat man das Gefühl ständig unter Beobachtung zu stehen, kritisiert zu werden. Dies finde ich äußerst kritisch, da man dann beginnt vorsichtiger zu werden. Die Welt auf Social Media scheint perfekt, keiner macht Fehler und keiner verhält sich inkonsequent. Veganer essen nicht einfach mal Salat mit Jogurtdressing, weil man die Karte nicht richtig gelesen hat. Veganer tun so etwas nicht und wenn sie es tun ist es auf jeden Fall nicht auf Instagram zu sehen.

Das war mein Wort zum Dienstag! Es würde mich sehr interessieren was ihr zu dem Thema sagt 🙂

Schöne Grüße

Anke

2 Comments

  • Andreas

    13. März 2018 at 23:24

    huhu Anke!

    Cool, dass du das schreibst und auf einen schwelenden „Konflikt“ hibweist! Ja, ich sehe mich als Veganer, aber ich stehe auch offen dazu, dass ich es nicht immer so konsequent durchziehe, wie ich es selbst als Anspruch an mich und meine Umwelt stelle…

    Ja, ich spreche auch andere aktiv an und möchte damit hin und wieder ein Nachdenken anregen. ABER mir ist es wichtig, dass ich keine Missionierung durchziehe!!

    Zur Inkonsequenz noch ein Wort.
    Ich will nicht der Nörgler und Spielverderber sein, wenn man mit Kumpels loszieht und es geht da gerade nicht vegan. Ey, es geht die Welt nicht unter und es stirbt niemand, wenn ich im Salat Jogurt Dressing habe oder der Cappuccino mal mit Milch ist.

    Genau deshalb sage ich immer, ich habe den Anspruch an mich, vegan zu leben, und ich akzeptiere, wenn es mal nicht 100% vegan ist – und ich habe da kein schlechtes Gewissen 🙂

    Hey, ich will die Welt verändern, gewaltfrei und freundlich! Nicht als Miesmacher oder aggressiver Mopp 😉

    Viele liebe Grüße
    Andreas

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    • Anke

      17. März 2018 at 16:27

      Hallo Andras,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Schön wie du mit dem Thema umgehst. Ich denke auch dass wir alle da etwas toleranter sein sollten,
      um anderen auch zu zeigen, dass vegan sein nicht zwingend bedeutet auf manche Dinge für immer verzichten zu müssen.

      Schöne Grüße
      Anke

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